Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V.

Gut zu Wissen – KI & SEO Insight

KI SEO - INSIGHT

Strukturierte Daten aufräumen, ohne alles wegzuwerfen

20.10.2026 16 min

Zusammenfassung & Show Notes

 
Gut zu Wissen: KI & SEO Insights 
Ein Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. über künstliche Intelligenz, Suche und strukturierte Daten. Die Themen wechseln, zurzeit geht es um das Bewusstsein der Maschinen. Jede Folge steht für sich, du kannst also in beliebiger Reihenfolge einsteigen. 
Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe seit zwei Jahren von einer synthetischen Stimme. 

Am 7. Mai 2026 hat Google die FAQ-Rich-Results abgeschaltet. Viele Website-Betreiber haben daraufhin ihr FAQ-Markup aus dem Quelltext geworfen. Genau das empfiehlt Google ausdrücklich nicht.
Diese Folge erklärt den Unterschied, um den es dabei geht: Strukturierte Daten und Rich Results sind zwei verschiedene Dinge, und nur eins davon wurde abgeschaltet. Dazu die ganze Abschaltungswelle der letzten Jahre im Überblick, damit du weißt, was auf deiner Seite noch etwas tut und was seit Jahren nur Ballast ist.
Und die ehrliche Antwort auf die Frage, ob strukturierte Daten dabei helfen, in KI-Antworten zitiert zu werden. Denn dazu kursieren Zahlen, die deutlich sicherer klingen, als die Datenlage hergibt. Am Ende vier Schritte für ein Aufräumen, das an einem Vormittag zu schaffen ist.


 
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Der Verband und seine übrigen Angebote: gfaev.de 
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GfA - Aktuelle und Historische  Vorträge aus dem Verband: gfa-web.de 
Wenn dir etwas fehlt oder dir ein Fehler auffällt, schreib uns. Einwände greifen wir in späteren Folgen auf. 

Transkript

Intro. Gut zu wissen. KI & SEO Insights. Der Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik. Für alle, die eine Website betreiben und wissen wollen, was die KI-Suche wirklich für sie bedeutet. Ohne Hype und ohne Agenturdeutsch. Schön, dass du dabei bist. Heute wird es technisch. Aber auf die angenehme Art versprochen, denn es geht ums Aufräumen. Und Aufräumen ist eine der wenigen Tätigkeiten in diesem Bereich, bei der man am Ende tatsächlich sieht, was man getan hat. Es geht um strukturierte Daten. Und ich fange mit einer Geschichte an, die sich im Mai dieses Jahres tausendfach abgespielt hat. Google hat am 7. Mai 2026 die FAQ Rich Results abgeschaltet. Weltweit, für alle Websites. Das waren diese ausklappbaren Frage- und Antwortkästchen, die unter manchen Suchergebnissen erschienen. Die gibt es nicht mehr. Und was daraufhin passiert ist? Sehr viele Leute haben ihr FAQ-Markup aus dem Quelltext geworfen. Logisch gedacht, oder? Das Ding tut nichts mehr, also weg damit. Nur hat Google in derselben Mitteilung ausdrücklich gesagt, bitte nicht entfernen. Das Markup verstößt gegen keine Richtlinie und Google nutzt diese Daten weiterhin, um Seiten besser zu verstehen. Nur anzeigen tut es sie nicht mehr. Da liegt der Denkfehler, um den es in dieser Folge geht, und er ist so verbreitet, dass ich ihn gleich am Anfang ausräumen möchte. Strukturierte Daten und Rich Results sind nicht dasselbe. Strukturierte Daten sind Angaben im Quelltext, mit denen du einer Maschine sagst, was auf deiner Seite eigentlich steht. Das hier ist ein Rezept, das ist die Zubereitungszeit. Das hier ist eine Veranstaltung, das ist das Datum, das der Ort. Das hier ist ein Artikel, das ist der Autor, das das Veröffentlichungsdatum. Rich Results sind die hübsche Darstellung, die Google daraus manchmal baut, die Sternchen, die Preisangaben, die Akkordeons. Das eine ist die Information, das andere ist die Anzeige. Abgeschaltet wurde die Anzeige. Die Information bleibt. Ich habe die Folge wieder in drei Teile gegliedert. Erstens, was in den letzten Jahren alles abgeschaltet wurde, denn das ist mehr, als die meisten mitbekommen haben. Zweitens, die ehrliche Antwort auf die Frage, ob das ganze Auszeichnen überhaupt hilft, in KI-Antworten vorzukommen. Und drittens, wie ein Aufräumen konkret aussieht, das an einem Vormittag zu schaffen ist. Punkt 1, was alles abgeschaltet wurde. Fangen wir mit der Bestandsaufnahme an, weil sie erklärt, warum auf so vielen Websites Ballast herumliegt. Google hat in den letzten Jahren systematisch Darstellungsformen aus den Suchergebnissen entfernt. Das ist kein einzelnes Ereignis, das ist ein Muster. 2023 fielen die How-to-Reach-Results weg. Das waren bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen in den Suchergebnissen. Im selben Jahr wurden die FAQ-Reach-Results bereits eingeschränkt. Sie erschienen nur noch bei Behörden- und Gesundheitsseiten. Im Juni 2025 kam die nächste Runde. Da verschwanden mehrere Typen auf einmal, darunter Kursinfo, Claim-Review und Vehicle-Listing. Wenn dir diese Namen nichts sagen, umso besser, dann betrifft es dich vermutlich nicht. Und im Mai 2026 dann der Rest der FAQ-Geschichte. Das lief in drei Stufen ab, die man kennen sollte, wenn man mit den Daten arbeitet. Am 7. Mai verschwanden die Rich Results aus den Suchergebnissen. Im Juni wurden der zugehörige Bericht in der Search Console, der Suchdarstellungsfilter und die FAQ-Unterstützung im Rich Results Test entfernt. Und im August endete die Unterstützung für FAQ-Daten in der Search Console API. Diese dritte Stufe ist die, die stillschweigend Schaden anrichtet. Wer sich ein automatisches Berichtswesen gebaut hat, das diese Daten abruft, dem sind im August die Zahlen weggebrochen, ohne Fehlermeldung. Das betrifft nicht viele kleine Websites, aber wenn du zu denen gehörst, die so etwas eingerichtet haben, dann schau dort einmal nach. Und noch etwas ist an dieser Geschichte bemerkenswert. Es gab dazu keinen Blogbeitrag und kein Ankündigungsvideo. Es gab einen Hinweis in der Entwicklerdokumentation. So kommuniziert Google solche Dinge inzwischen. Wer nicht regelmäßig in die Dokumentation schaut, erfährt es von jemand anderem oder gar nicht. Was heißt das nun für deine Seite? Erstens, wenn du How-to-Markup hast, das jemand 2022 für dich eingebaut hat, dann bewirkt es in Google seit Jahren nichts mehr. Es schadet auch nicht. Aber wenn du gerade sowieso aufräumst, kann es raus. Zweitens, beim FAQ-Markup ist die Lage anders. Und das ist die praktische Kernaussage dieser Folge. Es erzeugt in Google keine Anzeige mehr. Aber Bing zeigt weiterhin FAQ Rich Results an. Und die verschiedenen KI-Systeme lesen dieses Markup unverändert, weil es ihnen sauber aufbereitete Frage-Antwort-Paare liefert. Google selbst sagt, es nutzt die Daten weiterhin zum Verständnis der Seite. Also stehen lassen. Drittens, und das ist die Unterscheidung, die dir Arbeit spart, Wenn du neu etwas einbaust, dann steck die Zeit lieber in die Typen, die nachweislich noch etwas bewirken. Bei einer bestehenden Auszeichnung ist Stehenlassen fast immer die richtige Entscheidung. Bei einer neuen lohnt sich die Frage, was sie dir bringt. Jetzt zu der Frage, die dahinter steht und um die sich gerade eine ganze Beratungsbranche gebildet hat. Die Erzählung geht so, klassisches SEO ist tot, Rich Results verschwinden, aber strukturierte Daten sind wichtiger denn je, weil KI-Systeme sie als saubere Informationsquelle nutzen. Wer sein Markup in Ordnung bringt, wird zitiert. Das klingt plausibel, und es ist teilweise richtig, aber es wird mit einer Sicherheit vorgetragen, die die Datenlage nicht hergibt, und darüber möchte ich ehrlich mit dir sprechen. Was gesichert ist? KI-Systeme können strukturierte Daten lesen, und sie tun es. Wenn in deinem Quelltext sauber steht, wer der Autor ist, wann der Text veröffentlicht wurde und welche Organisation dahinter steht, dann muss ein System das nicht aus dem Fließtext erraten. Das ist ein Vorteil und zwar ein banaler. Eindeutige Angaben sind besser als mehrdeutige. Was ebenfalls gesichert ist, Ranking und Zitierung sind auseinander gedriftet. Eine AREFs Auswertung vom Mai 2026 über 863.000 Suchergebnisseiten kommt darauf, dass nur 38% der in KI-Übersichten zitierten Seiten gleichzeitig organisch in den Top 10 stehen. Das kennst du aus der letzten Folge. Es gibt also andere Auswahlkriterien als das klassische Ranking und strukturierte Daten sind ein plausibler Kandidat dafür. Und jetzt der strittige Teil. Es kursieren Zahlen nach den Seiten mit FAQ Markup. mehrfach so häufig in KI-Übersichten zitiert werden wie vergleichbare Seiten ohne. Diese Zahlen stammen von Anbietern, die Werkzeuge oder Beratungen dazu verkaufen. Sie mögen stimmen. Aber Google selbst hat einen direkten Zusammenhang zwischen diesem Mark-up und der Zitierung in KI-Antworten nicht bestätigt. Und dann ist da ein methodisches Problem, das man sich klar machen sollte. Websites, die sauberes FAQ-Markup haben, sind in aller Regel auch sonst ordentlich gepflegt. Sie haben besseren Inhalt, eine klarere Struktur, mehr Aufmerksamkeit vom Betreiber. Wenn solche Seiten häufiger zitiert werden, liegt es dann am Markup, oder an all dem anderen, das mit dem Markup einhergeht. Aus einer solchen Auswertung lässt sich das nicht sauber trennen. Ich formuliere meine Einschätzung deshalb vorsichtig und du darfst gern anderer Meinung sein. Strukturierte Daten sind Hygiene, nicht Strategie. Sie sind schnell gemacht, sie kosten wenig, sie schaden nicht und sie räumen Mehrdeutigkeiten aus dem Weg. Aber sie sind kein Hebel, der eine mittelmäßige Seite in eine zitierte Seite verwandelt. Es gibt dazu einen Satz, den ich mir aufgeschrieben habe, weil er die Sache auf den Punkt bringt. Die Lehre aus all diesen Abschaltungen ist nicht, dass Schema tot ist. Sie ist, dass Schema nie der eigentliche Hebel war. Der Inhalt war es. Und daran hat sich durch die KI-Suche nichts geändert. Im Gegenteil. Ein System, das Antworten aus mehreren Quellen zusammensetzt, braucht vor allem eines. Eine Seite, auf der die Antwort tatsächlich steht. Die Auszeichnung sagt der Maschine nur, wo sie zu suchen hat. Es gibt übrigens eine Regel, die dabei absolut ist, und die verletzen mehr Websites als man denkt. Was du auszeichnest, muss auf der Seite auch sichtbar stehen. Wenn dein Markup 10 Fragen und Antworten behauptet, die Seite aber nur 3 davon zeigt, dann ist das ein Richtlinienverstoß und kein Kavaliersdelikt. Dasselbe gilt für Bewertungen, die es nicht gibt, oder Veranstaltungen, die längst vorbei sind. Punkt 3, wie das Aufräumen konkret geht. Kommen wir zum praktischen Teil. Ich beschreibe das für eine normale kleine Website und ich gehe davon aus, dass du kein Entwickler bist. Der erste Schritt ist herauszufinden, was überhaupt da ist. Dafür gibt es zwei kostenlose Werkzeuge. Der Schema.org-Validator prüft, ob deine Auszeichnung formal korrekt ist. Der Rich Results Test von Google zeigt dir, was Google daraus tatsächlich machen würde. Beide funktionieren, indem du deine Adresse einträgst. Nimm dir drei Seiten vor. Die Startseite, eine typische Inhaltsseite und, falls vorhanden, eine Seite mit einer Veranstaltung oder einem Angebot. Das reicht für den Anfang, denn was auf diesen dreien schiefläuft, läuft meistens überall schief. Der zweite Schritt ist der, bei dem die meisten überrascht sind, besonders bei WordPress. Schau nach, ob dieselbe Sache mehrfach ausgezeichnet ist. Das passiert nämlich fast zwangsläufig. Dein Theme bringt eigenes Markup mit. Dein SEO-Plugin erzeugt auch welches. Das Veranstaltungs-Plugin ebenfalls. Und irgendwann hat vielleicht noch jemand ein Stück Code von Hand in den Kopfbereich gesetzt, dann behauptet deine Seite an drei Stellen gleichzeitig, wer die dahinterstehende Organisation ist, teilweise mit unterschiedlichen Angaben. Für eine Maschine ist das kein Detail. Das ist ein Widerspruch. Und Widersprüche sind genau das, was du mit strukturierten Daten eigentlich vermeiden wolltest. Die Lösung ist unspektakulär. Entscheide dich für eine Quelle. In der Regel das SEO Plugin, weil es dafür gebaut ist und schalte in den anderen ab, was sich abschalten lässt. Bei den gängigen Plugins gibt es dafür Einstellungen. Man muss sie nur suchen. Der dritte Schritt, prüfe die Angaben auf Aktualität. Das klingt banal, ist aber die häufigste Fehlerquelle überhaupt. Stimmt die Anschrift noch, die Telefonnummer? Sind die Öffnungszeiten die von diesem Jahr? Stehen Veranstaltungen im Markt ab, die vor zwei Jahren stattgefunden haben? Ist der angegebene Autor noch der richtige? Ich sage das so ausdrücklich, weil hier der eigentliche Wert liegt. Eine korrekte, aktuelle, eindeutige Angabe ist für jedes System, das deine Seite liest, mehr Wert als drei zusätzliche Auszeichnungstypen mit veralteten Inhalten. Der vierte Schritt, und das ist der einzige, bei dem du wirklich etwas hinzufügst. Sorge dafür, dass die Grundangaben vorhanden sind. Wer bist du oder deine Organisation? Mit Name und Adresse. Wer hat den jeweiligen Text geschrieben? Wann wurde er veröffentlicht und wann zuletzt geändert? Und, falls es dich betrifft, wo findet man dich sonst noch im Netz? Also verweise auf andere Profile und Einträge. Diese letzte Angabe ist übrigens ein eigenes Thema, dem wir später eine ganze Folge widmen werden. Sie ist die Verbindung zwischen deiner Website und all den Stellen, an denen es dich sonst noch gibt, und sie ist für Systeme, die Quellen bewerten, überraschend wichtig. Was du dagegen nicht brauchst? Möglichst viele Typen. Es gibt Anleitungen, die dir 8 oder 12 verschiedene Auszeichnungen empfehlen. Für eine Vereinswebsite oder einen Blog ist das Unsinn. Vier saubere Angaben schlagen zwölf halbrichtige. Und noch ein Hinweis zum Zeitaufwand, weil ich nicht möchte, dass du das ewig vor dir herschiebst. Das erste Durchsehen mit den beiden Testwerkzeugen dauert eine halbe Stunde. Das Aufspüren doppelter Auszeichnungen im WordPress-Rücken vielleicht eine Stunde, beim ersten Mal auch zwei. Das Aktualisieren der Angaben ist eine Frage von Minuten, sobald man weiß, wo es steht. Das ist ein Vormittag. Und danach hast du zwei oder drei Jahre Ruhe, bis Google das nächste Mal etwas abschaltet, Checkliste, Vier Dinge zum Mitnehmen. Erstens, wirf kein FAQ-Markup weg. Google zeigt es nicht mehr an, nutzt es aber weiter, Bing zeigt es sogar noch und die KI-Systeme lesen es. Zweitens, jag deine Startseite und zwei Unterseiten einmal durch den Schema.org-Validator und den Rich-Results-Test. Das dauert eine halbe Stunde. Drittens, schau nach, ob mehrere Plugins dieselbe Sache gleichzeitig auszeichnen und entscheide dich für eine Quelle. Und viertens, prüfe alle Angaben auf Aktualität, also Adresse, Öffnungszeiten, Veranstaltungen, Autor. Eine korrekte Angabe ist mehr wert als drei zusätzliche Auszeichnungstypen. In der nächsten Folge geht es um die Datei, über die gerade am meisten gestritten wird, llms.txt. Sie soll KI-Systemen sagen, was sie auf deiner Website finden und wie sie damit umgehen sollen. Manche halten sie für den neuen Standard, andere für wirkungslos. Ich habe mir die Zahlen dazu angesehen und die Antwort ist unbequemer, als beide Seiten es gern hätten. Das war's für heute. Wenn dir die Folge weitergeholfen hat, abonniere die Reihe, dann verpasst du die nächste nicht. Alle Folgen findest du auf gfhf.eu. Und wer noch tiefer einsteigen will, die GFA hat da noch ein paar andere Reihen, hör dich einfach mal um. Geschrieben von Brigitte E. S. Jansen. Mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz. Gesprochen von einer KI-Stimme. Bis zum nächsten Mal.

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