Gut zu Wissen - KI & SEO Insight

Gefunden werden, wenn die KI antwortet: SEO für die Praxis

Die Seite die nicht sterben wollte

Eine Sonderfolge zu Halloween

31.10.2026 5 min

Zusammenfassung & Show Notes

 Die Seite ist gelöscht. Warum stehen dann dreißig Leute vor der Scheune? 

 
Gut zu Wissen: KI & SEO Insights 
Ein Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. über künstliche Intelligenz, Suche und strukturierte Daten. Die Themen wechseln, zurzeit geht es um das Bewusstsein der Maschinen. Jede Folge steht für sich, du kannst also in beliebiger Reihenfolge einsteigen. 
Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe seit zwei Jahren von einer synthetischen Stimme. 

 Die Seite, die nicht sterben wollte 
Jens hat die Seite gelöscht, ganz sicher. Trotzdem stehen jedes Jahr an Halloween mehr Leute vor seiner Scheune, mit Taschenlampen in der Hand und leuchtenden Handys. Alle wollen zur Kürbisnacht, die es seit Jahren nicht mehr gibt. Irgendwo da draußen spukt seine alte Seite weiter, in Suchergebnissen und KI-Antworten. Eine Halloween-Geschichte mit kleinem Praxisteil: wie du eine Seite so begräbst, dass sie nicht als Geist zurückkommt. 

 
Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik 
Der Verband und seine übrigen Angebote: gfaev.de 
Unsere anderen Podcastreihen: 
GfA – Der Podcast · Die Reihe "Das Bewusstsein der Maschinen", ausführlicher und mit mehr Theorie im Rücken: gfa-ev.com 
Beyond the Algorithm (englisch) · Kybernetik und Systemtheorie, ein Denker pro Folge, geprüft an heutigen Systemen: bta.global-future-association.com 
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GfA - Aktuelle und Historische  Vorträge aus dem Verband: gfa-web.de 
Wenn dir etwas fehlt oder dir ein Fehler auffällt, schreib uns. Einwände greifen wir in späteren Folgen auf. 

Transkript

Gut zu Wissen – KI und SEO Insights. Heute gibt es eine Sonderfolge zu Halloween. Keine Checkliste, versprochen. Na ja, fast keine. Heute gibt es eine Geschichte. Jens hat einen kleinen Hofladen am Rand eines Dorfes. Kartoffeln, Eier, im Herbst Kürbisse. Vor ein paar Jahren hat er einmal eine Kürbisnacht veranstaltet: Halloween, zweiundzwanzig Uhr, Laternen schnitzen in der Scheune, danach eine Gruselführung übers Feld. Es kamen elf Leute und ein Hund. Jens fand, das lohnt sich nicht, und hat die Seite auf seiner Website gelöscht. Erledigt, dachte er. Im Jahr darauf, am einunddreißigsten Oktober um zehn nach zehn, klopft es an der Scheune. Draußen stehen vier Leute mit Taschenlampen. Ist hier die Kürbisnacht? Jens schüttelt den Kopf. Gibt es nicht mehr. Die vier ziehen ab, ein bisschen enttäuscht. Im Jahr darauf sind es neun. Eine Familie ist extra aus der Stadt gekommen, vierzig Kilometer. Die Kinder sind als Vampire verkleidet und halten schon Schnitzmesser aus Plastik in der Hand. Jens bietet ihnen einen Becher Apfelsaft an, mehr kann er nicht tun. Als sie wegfahren, schaut ihm der kleinste Vampir durchs Rückfenster nach, als hätte Jens ihm Halloween gestohlen. Jens versteht das nicht. Die Seite ist weg. Er hat es selbst geprüft: Wer die alte Adresse aufruft, bekommt eine Fehlermeldung. Dann fragt er auf seinem Handy einen KI-Assistenten nach Halloween-Veranstaltungen in der Gegend. Und da steht sie. Kürbisnacht im Hofladen, zweiundzwanzig Uhr, Laternen schnitzen, Gruselführung. Mit seinem Namen. Freundlich zusammengefasst, als wäre alles noch da. Dieses Jahr fällt Halloween auf einen Samstag. Um Viertel vor zehn sitzt Jens in der Küche und hört draußen Schritte auf dem Kies. Viele Schritte. Er schiebt den Vorhang ein Stück zur Seite. Auf dem Hof stehen Menschen, bestimmt dreißig. Kinder in Bettlaken, Erwachsene mit Handys, deren Bildschirme blass in die Gesichter leuchten. Und alle schauen zur Scheune. Jens denkt an die gelöschte Seite und bekommt eine Gänsehaut. Sie ist nicht tot. Sie geistert herum. Dann tut er das einzig Vernünftige. Er holt die Kürbismesser aus der Schublade, schließt die Scheune auf und ruft über den Hof: Schnitzen geht nur mit Kürbis – die gibt es vorne, drei Euro das Stück. Es wird sein bester Umsatz des Jahres. So. Und jetzt die Frage, die dich vielleicht wirklich betrifft: Wie begräbt man eine Seite richtig? Erstens: Löschen allein reicht oft nicht. Gibt es eine Nachfolgeseite, leite die alte Adresse dauerhaft dorthin weiter, mit einem 301. Aber nicht pauschal auf die Startseite – das werten Suchmaschinen gern als versteckte Fehlerseite. Zweitens: Ist die Seite wirklich weg, darf sie ruhig den Statuscode 410 liefern. Der sagt noch deutlicher als ein 404: Die ist absichtlich gegangen. Drittens: Räum hinter ihr auf. Raus aus der Sitemap, raus aus den internen Links, auch aus alten Beiträgen, in denen sie noch verlinkt ist. Viertens: In der Google Search Console kannst du eine Adresse vorübergehend aus den Suchergebnissen ausblenden lassen, bis die Suchmaschine verstanden hat, dass sie weg ist. Und dann kommt der Teil, der wirklich ein bisschen gruselig ist. Was einmal in den Trainingsdaten eines Sprachmodells steckt, bleibt dort bis zum nächsten Modell. Darauf hast du keinen direkten Einfluss. Was du tun kannst: Sorg dafür, dass die aktuelle Wahrheit gut zu finden ist. Eine klare Seite, die sagt, was es gibt – und was nicht mehr. KI-Suchen, die live im Netz nachschauen, landen dann eher bei der richtigen Antwort. Oder du machst es wie Jens und führst die Kürbisnacht einfach wieder ein. Das war die Halloween-Sonderfolge von Gut zu Wissen. Geschrieben hat sie Brigitte E. S. Jansen, mit Unterstützung von KI. Gelesen von einer synthetischen Stimme. Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik findest du unter gfaev.de. Und falls heute Nacht jemand an deine Tür klopft: Frag ruhig erst mal, was die KI ihm erzählt hat.

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